Texte
Die Frage nach den Gründen, eine Tanzparade mit politischen Inhalten durchzuführen, möchten wir mit Hilfe einiger Texte beantworten. Supranationale Tagungen und Organisationen wie das WEF, die WTO oder die Weltbank und Firmen wie Nestlé, Monsanto oder Exxon sind nur teilweise verantwortlich für globale soziale Ungerechtigkeit oder die Ausbeutung der Natur. Trotzdem sind sie Sinnbild für rücksichtloses Profitstreben, Menschen verachtende Vertuschungspolitik und krankhaft unausgewogenes Denken. Daher kommt auch die Anlehnung unseres Namens an das alljährliche illegitime Treffen in Davos.
Mit den Texten unten möchten wir euch zeigen, wie und wo sich das egoistisch-kapitalistische Denken in der Gesellschaft stetig weiter ausbreitet und welche Einflüsse es auf Mensch und Natur hat. Zudem möchten wir uns mit Lösungsansätzen befassen, die uns allen helfen können, einen Weg aus der heutigen Spirale des masslosen Konsums und der uns als “Freiheit” verkaufte Verindividualisierung herauszufinden.
Konsum & Glück – Warum leben wir?
In den letzten Jahren war das World Economic Forum nur einen Monat pro Jahr ein Thema in der Öffentlichkeit. Die Denkweise des WEF prägt jedoch das ganze Jahr hindurch unseren Alltag. Gegen diese Situation protestieren wir.
Das WEF ist Symptom einer absurden Denkweise, die starken Einfluss auf unserer Leben nimmt. In dieser Denkweise ist es normal, Arbeitsplätze bei steigenden Gewinnen zu streichen, Menschen rücksichtslos auszubeuten und sogar deren Tod in Kauf zu nehmen, Lebensräume von Mensch, Tier und Pflanzen zu zerstören, die Atmosphäre zu vergiften und die Meere zu plündern. Es werden Kriege um Rohstoffe und Märkte geführt. Staaten werden systematisch geschwächt und somit auch die ärmeren Menschen in den betreffenden Ländern. Die Hauptsache ist, dass das Management den Ruf der Aktionäre nach mehr Dividenden befriedigt.
Diese Denkweise verschiebt das Ziel, möglichst vielen Menschen ein angenehmes Leben zu bereiten, immer mehr in die Richtung, einigen Menschen alles zu geben, und dem Rest der Welt alles wegzunehmen. Unsere Welt gleicht immer mehr Orwells “Animal Farm”. Wenn dort Schweine zu Menschen werden, werden hier Menschen zu egozentrischen, sich über jede Menschlichkeit hinwegsetzenden Schweinen!
Diese Entwicklung können wir nur aufhalten, wenn wir uns selbst möglichst menschlich verhalten und versuchen neue Lebensweisen aufzuzeigen und auch zu leben. Neue Lebensweisen bei denen das Glück des Einzelnen nicht von materiellen Werten und Gütern, sondern von so natürlichen Dingen wie Liebe, Freundschaft, Kultur, Natur und Spiritualität abhängt. Lassen wir uns nicht vom Geld versklaven! Materieller Wohlstand, welcher selbst in der Systemtheorie der (Ressourcen-)Ökonomen auf wackeligen Füssen steht, ist nur ein kleiner Teil des Lebens. Konsum fällt nur eine Lücke, die von der Geldbeschaffung selbst herkommt. Menschen, die in einer schwierigen Arbeitssituation Träume, Beziehungen, Gefühle und Kreativität opfern, sind die besten Konsumenten. Diese Leere, dieses Unglück ist der Antrieb des Kapitalismus. Die unbestimmte Wut und Unzufriedenheit, sein Seele vermietet und seine Persönlichkeit in Ketten gelegt zu haben, führt dazu, dass wir in der raren Freizeit, die uns bleibt, – oftmals mit schlechtem Gewissen – versuchen zu “kompensieren”, indem wir zuviel essen, sinnlos unser Geld “vershoppen”, wenn möglichst weit weg in die Ferien fahren, weil dort alles “billig” ist und man dort ganz direkt von der ungerechten Güterverteilung auf der Welt profitieren kann, oder aus Frust (oder Blindheit) unsere Mit-/Umwelt zerstören (Vandalismus statt Kreativität, Heli-Skiing statt Skitouren, mit dem Auto ins Fitnesscenter statt mit dem Velo auf den nächsten Hügel, Sonntagsfahrt auf dem Motorrad statt Sonntagsspaziergang mit dem Nachbar usw.). Dies führt aber unweigerlich in einen Teufelskreis: Um die ungute Ahnung, sein Leben eigentlich eben doch nicht so zu leben, wie man es ursprünglich wollte, und aufkeimende Gefühle, vielleicht doch etwas zu verpassen, zu übertünchen, konsumieren wir. Dies kostet aber und dafür müssen wir mehr arbeiten, was uns wiederum die Zeit nimmt, uns die notwendigen Gedanken zu machen darüber, wie man ein erfülltes Leben lebt. Hören wir darum auf, nur produktive Maschinen und konsumierende Fässer ohne Boden zu sein! Leben wir selbstbewusst und kreativ. Arbeit soll Freude bereiten. Träumen ist erlaubt.
Wir alle finden etwas, was uns Spass macht ohne anderen zu schaden. Wir brauchen fast nichts, zum Glücklichsein, wenn wir herausfinden, was wir wirklich wollen. Konsum ist nur eine Ablenkung, die uns daran hindert, zu sehen, was wir eigentlich benötigen würden.
Wehe all derer, die sich diese Gedanken zu spät machen! Deren Frustration bei der Erkenntnis, ihr Leben verpasst oder auf die falsche Karte gesetzt zu haben, ist enorm. Finanzielle Werte und Anlagen lösen sich in Luft auf. Arbeitgeber künden oder gehen Konkurs. Eine wichtige Person im eigenen Umfeld stirbt. Depressionen nach der Pensionierung. Gründe gibt es genug!
Sind wir also bereit und geistig gerüstet, auch in ausweglosen Situationen unseren Lebensweg zu erkennen und den Mut nie zu verlieren! Sind wir optimistisch und ängstigen uns nicht ständig davor, zu kurz zu kommen und irgendwelche materielle Güter zu verlieren.
Das einzige, was zählt, bist du, denn du bist nur dich selbst!
Machenschaften der Multis
Markenfirmen wie Adidas, Coca-Cola, McDonalds, Mercedes, Nestlé und Siemens setzen die Trends in der Konsumindustrie. Sie diktieren Modeströmungen genauso wie internationale Vereinbarungen. Ihre Konzernumsätze übertreffen die Wirtschaftskraft zahlreicher Länder. Ihr Einfluss ist teilweise grösser als der von Regierungen und politischen Institutionen. Der Wert einer Marke – und damit die Macht der Konzerne – misst sich längst nicht mehr am gehandelten Produkt, sondern an dessen Image: Der Aspirin-Hersteller Bayer wirbt mit »Kompetenz und Verantwortung«, Shell rühmt sich für seine ökologische und soziale Vorreiterrolle und Nike sieht sich als »Corporate Citizen«, der liebevoll für die »weltweite Nike-Familie aus Sportlern, Konsumenten und jenen, die für uns arbeiten« sorgt.
»Die für uns arbeiten«, das sind immer öfter Menschen aus den Billiglohnländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Ausbeutung, Zwangs- und Kinderarbeit sind dort an der Tagesordnung. Menschen und Lebensräume werden vergiftet, Regierungen erpresst, Krisen und bewaffnete Konflikte ungeniert ausgenutzt oder sogar finanziert. Bekannte und beliebte Weltmarken tolerieren Folter, Sklaverei, unerlaubte Medikamentenversuche, Diskriminierung, Tierquälerei, Umweltzerstörung und die Verfolgung von Gewerkschaften und Kritikern.
Doch gleichzeitig setzen immer mehr Konsumenten auf ethische Mindeststandards. Sie wollen keine Produkte mehr kaufen, bei deren Herstellung Kinder ausgebeutet werden oder ganze Völker ihre Lebensgrundlagen verlieren. Das bringt aber auch Verunsicherung: Was kann ich überhaupt noch kaufen? Und vor allem: Wer sind die »Bösen« unter den Marken, mit denen ich im Alltag zu tun habe? Link zum Thema
Der Verkäufer und der Elch
Es gab einmal einen Verkäufer, der war dafür berühmt, dass er allen etwas verkaufen konnte. Er hatte schon einem Zahnarzt eine Zahnbürste verkauft, einem Bäcker ein Brot und einem Blinden einen Fernsehapparat.
“Ein wirklich guter Verkäufer bist du aber erst”, sagten seine Freunde, “wenn du einem Elch eine Gasmaske verkaufst”. Da ging der Verkäufer so weit in den Norden, bis er in einen Wald kam, in dem nur Elche wohnten.
“Guten Tag”, begrüsste er den ersten Elch, den er traf. “Sie brauchen bestimmt eine Gasmaske?”
“Wozu?” fragte der Elch. “Die Luft ist gut hier.”
“Alle haben heutzutage eine Gasmaske”, antwortete der Verkäufer.
“Es tut mir leid”, entschuldigte sich der Elch, “ich brauche keine”.
“Warten Sie nur”, meinte der Verkäufer, “Sie brauchen schon noch eine”.
Und wenig später begann er mitten in dem Wald, in dem der Elch wohnte, eine Fabrik zu bauen. Als die Fabrik fertig war, stiegen so viele Abgase aus dem Schornstein, dass der Elch bald schon den Verkäufer aufsuchte und zu ihm sagte: “Jetzt brauche ich eine Gasmaske”.
“Das habe ich mir gedacht”, entgegnete der Verkäufer und verkaufte ihm sofort eine. “Qualitätsware”, bemerkte er anerkennend.
“Die anderen Elche”, bedeutete der Elch, “brauchen jetzt auch Gasmasken. Hast du noch mehr?” (Elche kennen die Höflichkeitsform mit “Sie” nicht.)
“Da haben Sie aber Glück”, erklärte der Verkäufer, “ich habe noch tausende”.
“Übrigens”, erkundigte sich der Elch, “was machst du in deiner Fabrik?”
Der Verkäufer grinste: “Gasmasken!”















